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Berühmte Franken Joseph
Victor von ScheffelDichter * 16.02.1826 zu Karlsruhe + 09.04.1886 zu Karlsruhe Joseph Victor Scheffel gehörte in seiner Heidelberger Zeit zunächst der Allemannia I und II (1844/45), dann der Teutonia (1845) an und war Mitbegründer der Franconia II (1846/47). Hier besorgte er die Redaktion der Kneipzeitung, so dass deren überlieferte Exemplare eine Fülle von Liedern, Gedichten und Zeichnungen von seiner Hand aufweisen. Im August 1848 legte er das juristische Staatsexamen ab, und ein Jahr später promovierte er zum Dr. jur. Nach verschiedenen kurzen, beruflichen Tätigkeiten widmete er sich bald ausschließlich der Dichtkunst. 1876 wurde er in den Adelsstand erhoben. Am 16. Februar 1886 anläßlich seines 60. Geburtstages wurde ihm von der Stadt Heidelberg die Ehrenbürgerschaft verliehen. Es scheint, als sei die Zeit über dem einstmals „volkstümlichsten Dichter Deutschlands“ hinweggegangen. Man mag die Ansicht vertreten, dass die ehemaligen Erfolgsbücher „Ekkehard“ und der „Trompeter von Säckingen“ ebenso wie die „Frau Aventiure“ Dichtungen sind, deren Gegenstand, Sprache und Stil überlebt seien, beziehungsweise dass diese mehr Zeitdokument als Literaturkunstwerk seien. Doch daneben gibt es einen weiteren bedeutsamen Teil seines Schaffens, welcher Scheffels Namen für immer mit Heidelberg verbindet und der in dieser Stadt bis zum heutigen Tag seinen Ruhm ausmacht. Es sind dies die Lieder und Gedichte der „Gaudeamus Sammlung“, die dem Kreis der „Engeren“ entstammen, eine Fülle von Gelegenheitsgedichten, - liedern, vom „Schwanengesang“, dem Abschied von seiner Frankonia, über die vielen Kneip-, Wander-, und Kommersbuchlieder bis hin zur großen dichterischen Huldigung an diese Stadt, dem Lied „Alt Heidelberg, du feine“. Deshalb gilt er heute auch als Wegbereiter des modernen Studentenliedes, insbesondere des Heidelberger Studentenliedes und als Begründer der Studentendichtung. Scheffel liebte Heidelberg so, wie es zu allen Zeiten von vielen Studenten geliebt wurde. Er nannte sie die Stadt „wo ich die schönsten Stunden meines Lebens genossen“, „mein geliebtes Heidelberg“, auf dessen Boden und in dessen Luft die heitersten meiner Lieder erwachsen sind“. Begeistert schreibt er im „Rodensteiner Ritt zum Mond“: „es gibt im Himmel und auf Erd’ halt nur ein Heidelberg“. Daß die von dieser großen Liebe durchdrungenen Lieder bis zum heutigen Tage nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt haben, liegt auch daran, daß viele – insbesondere die ehemaligen Heidelberger korporierten Studenten – in ihnen ihr eigenes Empfinden, ihr Heidelberg – Erlebnis ausgedrückt fühlen. Dies ist es, weshalb auch der Name des Dichters ihnen bis auf den heutigen Tag „so traut“ klingt. Doch Scheffel ist nicht nur der Dichter des Feierns und der Fröhlichkeit, er schrieb auch: „Das Eigentümliche des Studentenlebens – was ich die Poesie desselben nennen möchte – das jugendliche Zusammensein in Kneipenheiterkeit und Gesang, im Notfall auch das Geltendmachen des Mutes mit dem Schläger in der Hand, will ich keineswegs ausgeschlossen wissen, nur soll es nicht das letzte Ziel sein, sondern wissenschaftliche und sittliche Tüchtigkeit und vaterländische Gesinnung“. Die Erinnerung Scheffels an Heidelberg hat – wie bei allen korporierten Studenten – ein Leben lang angehalten. Zum 500jährigen Jubiläum der Universität hat er sein letztes Gedicht verfasst. Hierzu hat erschon zwei Jahre vorher angemerkt:“ wenn mit 1886 ein Lied zum Heidelberger Jubiläum gelingt, so wird es mein Schwanengesang sein“. Die letzte Zeile dieses „Schwanengesangs“ beinhaltet einen Lebensdank: „Ein brausend Hoch sei Dir Gebracht, Alt – Heidelberg, du feine“. Scheffel verdankt Heidelberg viel, Heidelberg und insbesondere seine korporierte Studentenschaft verdanken ihm – auch noch 120 Jahre später – ungleich mehr. Dessen sind sich Letztere durchaus bewusst und deshalb bedarf Scheffel in dieser Stadt, an dieser Universität keines Plädoyers gegen das Vergessen. |
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