Burschenschaft Frankonia Heidelberg

Geschichte

Die Frankonia im Jahre 1886 anläßlich ihres 30. Stiftungsfestes


Geschichte der Burschenschaft Frankonia zu Heidelberg
Die Burschenschaft Frankonia zu Heidelberg versteht sich als eine studentische Korporation im traditionellen Sinne, die auf dem Gedankengut der Urburschenschaft aufbaut. Sie ist in Heidelberg die dritte burschenschaftliche Verbindung unter diesem Namen.

Eine erste Franconia tritt im September 1831 als Neugründung der Heidelberger Burschenschaft in Erscheinung. Sie nimmt am Hambacher Fest (27. Mai 1832) teil und wird nach dem Frankfurter Wachensturm (3. April 1833) verboten, an dem 11 Mitglieder der Franconia beteiligt sind.

Die zweite Franconia wird zu Beginn des Wintersemesters 1846/47 gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehört Joseph Victor von Scheffel. Auch diese burschenschaftliche Verbindung besteht nur kurze Zeit. Sie löst sich nach der Niederwerfung der Revolution von 1848/49 auf. 1886 – anlässlich der 500-Jahr-Feier der Ruperto Carola – treten die noch lebenden Mitglieder der zweiten Franconia der jetzigen Frankonia bei.

Die dritte, jetzige Frankonia geht aus einem seit 1853/54 bestehenden Kneipzirkel hervor, der im November 1856 als Verbindung „Badenia“ vom Senat der Universität anerkannt wird. Die junge Verbindung übernimmt sehr schnell burschenschaftliches Gedankengut. 1858 ändert sie ihren Namen in „Frankonia“ und gibt sich den Wahlspruch „Einig und Treu“ (Max von Schenkendorf). Im Jahre 1859 werden die Burschenschaftsprinzipien „Sittlichkeit, Wissenschaft, Vaterlandsliebe“ in ihrer Verfassung verankert. 1861 kann sie endlich auch die burschenschaftlichen Farben „schwarz-rot-gold“ annehmen; seitdem bezeichnet sie sich auch selbst als Burschenschaft Frankonia. 1870 wird den Farben ein weiterer goldener Streifen beigefügt. Neben dem Burschenband „gold-schwarz-rot-gold“ besteht seit 1881 ein Fuchsenband „schwarz-rot-schwarz“. Seit 1861 wird der rote Stürmer als Kopfbedeckung getragen.

Die Frankonia konsolidiert sich schnell, zumal sie von hervorragenden jungen Mitgliedern wie von Krafft-Ebing, von Zittel, Moenckeberg und Oncken geprägt wird. Bei aller Einsicht in die formalen Notwendigkeiten einer korporativen Verfassung wird nicht übersehen, daß für die lebenslange freundschaftliche Verbundenheit ein gemeinsamer geistiger Hintergrund entscheidend ist und die formale Seite nicht Selbstzweck sein darf. So spielt zwar das Fechten – natürlich – eine große Rolle, nachdem 1860 der Grundsatz der unbedingten Genugtuung angenommen wird. Auch das Kneipen ist beliebt, ohne in einem formalen Comment zu erstarren. Daneben wird aber immer wieder versucht, durch wissenschaftliche und politische Abende die allgemeine Bildung der Mitglieder zu fördern, ohne sich jedoch tagespolitisch festzulegen. Im übrigen findet sich hier ein Freundeskreis von Studenten nicht nur aus allen Fakultäten der Universität, sondern auch aus allen deutschen Regionen; diese Zusammensetzung wirkte sich schon damals geistig befruchtend und ausgleichend auf das Bundesleben aus.
Die Frankonia begnügt sich jedoch nicht nur mit der Pflege des Bundeslebens, sondern sieht schon sehr früh ihre Mitverantwortung für das hochschulpolitische und burschenschaftliche Leben. Im Rahmen der außerordentlich mühsamen Einigungsbestrebungen der Burschenschaften an den deutschen Hochschulen tritt sie 1864 dem Eisenacher Burschenbund bei und übernimmt 1866 dessen Vorsitz. Sie ist dann 1870 unter den Mitbegründern der Eisenacher Konvention und wirkt 1874 bei der Gründung des Eisenacher Deputierten-Convents mit, dessen Präsidium sie 1876 übernimmt. Die Gründung des Eisenacher Deputierten-Convents geschieht auf Veranlassung des Grün-Weiß-Roten Kartells, einem Zusammenschluß der Frankonia mit den befreundeten Burschenschaften Germania Jena und Hannovera Göttingen. Es konstituiert sich 1869 mit dem Ziel, bei der angestrebten Gründung eines burschenschaftlichen Verbandes zwischen den verschiedenen burschenschaftlichen Strömungen zu vermitteln.

Inzwischen hat der Ausgang des Deutsch-Französischen Krieges und die Gründung des Deutschen Reiches zu einer Krise in der Ausdeutung der burschenschaftlichen Zielsetzung geführt, die auch für die Frankonia nicht ohne Folgen bleibt. Die aktive Burschenschaft vertagt sich 1878, wird jedoch 1881 von dem Jenenser Germanen Krafft mit Unterstützung des Eisenacher Deputierten-Convents wieder aufgetan.
Noch im selben Jahr ist die Frankonia Gründungsmitglied des Allgemeinen Deputierten Convents, der seinen Namen 1902 in Deutsche Burschenschaft abändert. Sowohl 1893 als auch 1912 wird der Vorsitz im Verband übernommen.
In der Heidelberger Studentenschaft kommt es 1885 unter Mitwirkung der Heidelberger Burschenschaft, die 1866 gemeinsam mit der Burschenschaft Allemannia gegründet wurde, zur Neugründung des Heidelberger Studentenausschusses, der als älteste deutsche Studentenvertretung bis 1918 bestand und dessen Vorsitz auch von Heidelberger Franken übernommen wurde.
Die glanzvolle 500-Jahr-Feier der Ruperto Carola sieht wieder eine gefestigte und mitgliederstarke Frankonia, die sich mit zahlreichen Bundesbrüdern aktiv an den Festveranstaltungen beteiligt, zumal parallel das 30. Stiftungsfest gefeiert wird. Gleichzeitig werden die ersten Pläne für den Bau eines Korporationshauses geschmiedet. Durch die Tatkraft einiger Alter Herren lassen sich diese Pläne verwirklichen, und 1893 wird das Frankenhaus in der Neuen Schloßstraße 12 seiner Bestimmung übergeben. In seinem äußeren Erscheinungsbild wie auch mit den in ihm gesammelten studentenhistorischen Gegenständen bildet das Haus bis heute einen stilvollen, aber auch verpflichtenden Rahmen für das Bundesleben. Generationen von Franken haben hier unvergessliche Stunden erlebt, bei politischen Diskussionen und wissenschaftlichen Vorträgen, bei feierlichen Kommersen und feuchtfröhlichen Kneipen, bei Faschingsbällen und Tanzfesten, aber auch bei Mensurtagen. Mit dem Haus als ständigem Mittelpunkt neben der Universität war es besser denn je möglich, innerhalb einer Aktivenzeit lebenslange Freundschaften zu pflegen.
Das neue Haus signalisiert eine Blütezeit des Bundes. Mit bis zu 40 Mitgliedern in Heidelberg (1902) wird die Frankonia zeitweilig zur stärksten Heidelberger Verbindung. Bekannte Persönlichkeiten, wie z.B. Ludolf von Krehl, Eduard Heyck und Gustav Böhmer gehen aus ihr hervor. Festliche Veranstaltungen wirken über den Bund hinaus, etwa wenn die Bundesbrüder Moenckeberg und Barkhausen als Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg bzw. der Freien Hansestadt Bremen im Range von Fürsten des Deutschen Reiches zu Stiftungsfesten nach Heidelberg kommen, so z.B. zum 50. Stiftungsfest, das 1906 noch einmal mit großer Prachtentfaltung gefeiert wird. Manche Veranstaltungen werden bis heute zum ständigen Bestandteil des Semesterplans; so findet 1894 die erste der jährlichen „Rodensteinwanderungen“ statt in Erinnerung an die gleiche Wanderung von Joseph Victor von Scheffel im Jahre 1847 von Heidelberg zur Burgruine Rodenstein im Odenwald; z.B. wanderten auch im Jahre 2005 rund vierzig Teilnehmer 3 Tage lang auf Scheffels Spuren. Dabei werden mit einzelnen Gast- und Bauernhöfen über Generationen hin sehr enge und freundschaftliche Kontakte gepflegt.
Diese zu Beginn des letzten Jahrhunderts mehr korporativ ausgerichtete Zeit endet mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die Frankonia wird nicht vertagt, sondern hält auch während der Kriegsjahre den Aktivenbetrieb aufrecht. Nach dem Weltkrieg wird zwar die korporative Tradition weitergeführt, insbesondere auch die Mensur trotz erheblicher Schwierigkeiten mit den Behörden aufrechterhalten. Gleichzeitig gewinnt aber das burschenschaftlich-politische Moment als Folge des Krieges größere Bedeutung, ohne das Zusammenleben in der Korporation trotz einer zum Teil tagespolitischen Ausrichtung zu stark zu belasten. Zahlenmäßig erreicht die Frankonia einen Höchststand im Mai 1926 mit insgesamt 65 Aktiven. Im Mai 1927 wird mit 27 Aufnahmen neuer Mitglieder die größte Zahl von Krassfüchsen aktiv. So ist das 70. Stiftungsfest 1926 mit rund 300 teilnehmenden Franken eine bedeutsame Manifestation der Stärke der Frankonia Heidelberg.
Das Freundschaftsverhältnis innerhalb des Grün-Weiß-Roten Kartells wird 1919 um die Burschenschaft Derendingia zu Tübingen und 1933 um die Burschenschaft Germania zu Marburg erweitert. Auch in der Deutschen Burschenschaft ist der Bund – mit dem Kartell – immer wieder führend tätig; so gehört z.B. Bundesbruder Ludwig jahrelang ihrem Hauptausschuß an.

Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten bringt für die Frankonia wie für alle Korporationen das Ende eines prosperierenden Verbindungslebens. Zwar versucht man sich noch eine gewisse Zeit zu arrangieren. Nach einer hektischen und verwirrenden Übergangszeit verschärfen sich 1935 die Angriffe aus den Parteiorganisationen auf die studentischen Korporationen. Die Deutsche Burschenschaft löst sich auf; Versuche, die Burschenschaften als Kameradschaften unter Beibehaltung des Namens in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) zu überführen, schlagen fehl. Am 16.2.1936 beschließt der Bundeskonvent die Auflösung der Burschenschaft Frankonia zu Heidelberg. Die Altherrenschaft gibt sich in der Vereinigung Alter Heidelberger Franken einen neuen Zusammenhalt.
Die Lage entspannt sich im Jahre 1937 wieder. Das Frankenhaus wird durch eine Vereinbarung zwischen dem Vorsitzenden der Vereinigung Alter Heidelberger Franken und dem Vorsitzenden der Heidelberger Studentenschaft, ebenfalls einem Bundesbruder, einer neu zu bildenden Kameradschaft im NSDStB „Victor von Scheffel“ übergeben. Zum Kameradschaftsführer wird der letzte Sprecher der Frankonia bestimmt. Die Kameradschaft setzt mit aktiver Unterstützung etlicher Alter Herren die Tradition der Frankonia fort, soweit es die obwaltenden Umstände möglich machen. Sie löst sich erst 1945 mit der Besetzung Heidelbergs durch die amerikanischen Truppen auf. Ihre Mitglieder werden später in die wiedererstandene Burschenschaft Frankonia übernommen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt sich entgegen aller Erwartungen, daß der Korporationsgedanke schnell wieder Freunde gewinnt. Zusammen mit ehemaligen Mitgliedern der Scheffel-Kameradschaft wird schon 1946 wieder eine „Harmonia“ gegründet und von der Militärregierung genehmigt. Aus ihr entsteht nach verschiedenen Übergangsregelungen 1950 wieder eine Burschenschaft Frankonia zu Heidelberg.
Auch die Alten Herren finden wieder zusammen. 1948 wird die Vereinigung Alter Heidelberger Franken wiederbegründet und ein erstes Zusammentreffen der Bundesbrüder nach dem Krieg zum Stiftungsfest organisiert. Im Jahre 1949 vereinigt das 93. Stiftungsfest bereits wieder 90 Bundesbrüder.
Die Frankonia ist auch im Jahre 1950 bei der Wiederbegründung der Deutschen Burschenschaft in Marburg zugegen und tritt sofort dem Verband bei. Trotz erheblicher Schwierigkeiten seitens der Universität wird auch das Farbentragen und Fechten wieder eingeführt. 1951 schlagen Bundesbrüder die ersten Partien des Bundes nach dem Krieg; die Altherrenschaft hatte ihre ursprünglichen Bedenken gegenüber der Befürwortung der Mensur durch die Aktivitas schließlich zurückgestellt. 1952 kann auch das Haus nach schwierigen Verhandlungen zurückgewonnen werden. Damit sind die Voraussetzungen für einen zügigen Aufbau einer Aktivitas gegeben. Das 100. Stiftungsfest im Jahre 1956 schließt die Aufbauphase ab. Mit über 500 Beteiligten bilden seine Veranstaltungen ein großartiges Ereignis nach innen und außen.

Es folgen Jahre der Konsolidierung. Auch wenn die Aktivenzahlen der zwanziger Jahre nicht mehr erreicht werden, gehört die Frankonia wieder zu den angesehenen Korporationen Heidelbergs. Sie ist Mitglied der Heidelberger Burschenschaft, der Heidelberger Interessengemeinschaft und des Heidelberger Convents. Sie beteiligt sich führend an den jahrelangen Verhandlungen mit der Universität über die Anerkennung der Korporationen. Innerhalb des Verbandes übernimmt sie 1961/62 den Vorsitz in der Deutschen Burschenschaft und richtet den Burschentag 1962 in Münster aus. Auch in der Heidelberger Studentenschaft ist sie aktiv tätig und stellt mit Bundesbruder Althoff im Sommersemester 1959 den AStA-Vorsitzenden, mit Bundesbruder Mahrle im Wintersemester 1961/62 den stellvertretenden AStA-Vorsitzenden.

Der Umbruch Ende der sechziger Jahre in der Studentenschaft geht auch an der aktiven Burschenschaft nicht spurlos vorüber. Neuerungen werden diskutiert, teilweise eingeführt, teilweise verworfen. Die Kontinuität jedoch bleibt gewahrt.
In der Zwischenzeit wird die Wohnungsfrage für die Aktiven zu einem immer größeren Problem. Das alte, liebevoll gepflegte Frankenhaus besitzt für die aktiven Mitglieder keine Wohnmöglichkeiten. Schon Ende der zwanziger Jahre hatte man benachbarte Grundstücke erworben, um das Frankenhaus zu erweitern, bzw. ein neues zweites Haus zu errichten. Aber diese Pläne zerschlugen sich. Im Jahre 1933 wurden zwei Räume einer früheren Loge angemietet, die als Wohnheim mit 25 Betten eingerichtet wurden. Nach dem Kriege wurde 1960 das Haus Graimbergweg 2 gekauft und als Wohnheim eingerichtet. Diese Räumlichkeiten erwiesen sich aber auf die Dauer als ungeeignet, so daß man dieses Haus wieder verkaufte und in Heidelberg Wohnungen anmietete, um die jungen Bundesbrüder günstig unterzubringen. In einem neuen Anlauf, begünstigt durch testamentarische Zuwendungen eines Alten Herren (Senatspräsident Hafner), entscheidet dann der Bundeskonvent 1982, neben dem Frankenhaus ein Studentenwohnheim zu errichten, das 16 studierenden Bundesbrüdern und dem Archiv Platz gewähren soll. Das Wohnheim wird im Jahre 1984 in Anwesenheit des des Rektors der Universität Prof. Dr. rer. nat. Gisbert Freiherr zu Putlitz und des Oberbürgermeisters der Stadt Heidelberg Reinhold Zundel seiner Bestimmung übergeben. Es findet in seiner geschickten Raumaufteilung auf schwierigem und steilem Gelände und in seiner trotz der modernen Architektur gelungenen Anpassung an die Umgebung nicht nur bei den Bundesbrüdern ungeteilten Beifall.

An den Neubau des Wohnheimes schließt sich eine behutsame und aufwendige Sanierung des alten Frankenhauses an, so daß 1993 bei der großen 100-Jahr-Feier des Frankenhauses ein gepflegtes, eindrucksvolles Ensemble präsentiert werden kann.
Die Alten Herren akzeptieren die Notwendigkeit beider Häuser und tragen bereitwillig die finanziellen Lasten für deren Unterhaltung und für die Unterstützung der aktiven Burschenschaft, z.B. durch Zuschüsse zum täglichen Mittagessen auf dem Haus (seit dem Jahre 1927) und zu den großen Veranstaltungen, oder für die Unterstützung einzelner Mitglieder durch eine eigene, im Jahre 1952 gegründete Studienstiftung.
Im Jahre 1986 begeht die Universität Heidelberg ihre 600-Jahr-Feier. Aus diesem Anlaß geben alle Korporationen unter der Anregung und Leitung der Frankonia eine Festschrift heraus („Weiland Bursch zu Heidelberg“), die auf rund 500 Seiten Zeugnis ablegt von der geschichtlichen Entwicklung des Korporationswesens und seiner Bedeutung für die Universität und die Stadt Heidelberg. Darüber hinaus feiern die Heidelberger Korporationen das Jubiläum in traditioneller Form mit einem großen Festkommers.
Trotz dieser erfreulichen gemeinsamen Aktivitäten ist das Verhältnis unter den Korporationen nicht ohne Probleme. So ist die Aktivitas zeitweise gezwungen, ihre Fechtpartien außerhalb Heidelbergs zu belegen, teils im Darmstädter Paukverband, teils im Stuttgarter Waffenring. Bedeutung erhalten diese Schritte deswegen, weil die Aktivitas vom fakultativen Fechten Abstand nimmt und wieder die Pflichtpartie erführt.
Insgesamt ist die Frankonia bereit, nach Jahren interner Schwerpunktbildung auch wieder stärker nach außen aufzutreten. Sie übernimmt ein weiteres Mal den Vorsitz in der Deutschen Burschenschaft für das Geschäftsjahr 1994/95. Sie klärt ihre Beziehungen zum Grün-Weiß-Roten Kartell, in dem sie die nach wie vor engen und sehr guten Kontakte zur Burschenschaft Germania Jena in einem Weiß-Roten Kartell, das bereits zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bestand, in den Vordergrund stellt.
Seit den neunziger Jahren interessieren sich vermehrt ausländische Studenten, vor allem aus den europäischen Nachbarländern, für das Bundesleben der Frankonia und werden als Conkneipanten rezipiert. Diese Entwicklung ist Teil eines Denkanstoßes, den die Frankonia intern und extern initiiert, um eine Akzentuierung der europäischen Dimension innerhalb des eigenen Bundes und auch in der Burschenschaft auszulösen.
Das zeigt:

Die Burschenschaft Frankonia ist eine nach wie vor lebendige Wertegemeinschaft zwischen Jung und Alt in der bewährten Form des Lebensbundprinzips einer Korporation, die von ihren Mitgliedern über die fachlich-wissenschaftlichen Ausbildung hinaus auch eine allgemeinpolitische, burschenschaftlich-demokratische und freiheitliche Zielsetzung einfordert. Die Bewahrung der überlieferten Wesenszüge des deutschen Korporationsstudententums steht in keinem Widerspruch zu einer weltoffenen Geisteshaltung, die sich z.B. in einer Mitarbeit an der europäischen Integration verdeutlichen kann. Auf diese Weise können sich ihre Mitglieder im wissenschaftlichen, politischen und sozialen Umfeld orientieren, behaupten und bewähren.
Die Burschenschaft Frankonia zu Heidelberg tritt nunmehr in ihr 150. Lebensjahr ein im Vertrauen darauf, daß diese glückliche Synthese von Tradition und Moderne ein richtiger, in die Zukunft weisender Weg ist.


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